In dir ist Freude
Hans-Jürgen Hufeisen steht europaweit für virtuoses Blockflötenspiel. Sein Schaffen umfasst bis heute 30 Alben, die sich über 4 Millionen Mal verkauften. Rund 40 Konzerte spielt er im Jahr mit seinen kunstvollen Instrumenten: Flöten aus Buchsbaum, teils hunderte Jahre als, die größte misst fast zwei Meter. Es sind Seeleninstrumente, deren warmer Klang die Konzert-Säle füllt.
Im neuen Konzert erklingen Hans-Jürgen Hufeisens neue Impressionen zu alten Choralmelodien. Sie erzählen jeweils kleine Mythen und wundersame Geschichten.
„Gerade diese kleinen musikalischen Kostbarkeiten tragen in sich die Bilder der Vergangenheit und Ahnung von Ewigkeit. Sie lassen Zeit und Raum vergessen. Mag jeder Ton auch vergänglich und einmalig sein, so verbindet er sich doch mit all den Tönen um mich herum zu einer größeren Bewegung von Raum und Zeit, zu einem Reigen von Werden und Vergehen und Neuwerden. Wenn ich die Choralmelodien mit meinen eigenen Tönen umspiele, dann habe ich stets das Gefühl, dass ich ein Geschenk überreiche“, meint Hans-Jürgen Hufeisen.
Hans-Jürgen Hufeisens Musikbegeisterung hat als Sechsjähriger im Moerser Wald beim Flötenunterricht bei seiner Kinderheimmutter einen Anfang genommen. Er sollte damals auf dem Mundstück einer Flöte die Stimme eines Vogels oder das Rauschen des Windes nachahmen. „Das war gar nicht einfach, aber es funktionierte“, erinnert sich Hufeisen. Ein ungewöhnlicher Zugang zu Tönen und Musik zeichnet seither seine Kreativität aus.
Mit seiner Blockflötenfamilie, vom nur sieben Zentimeter messenden „Gar-klein-Flötlein“ (das heißt wirklich so) über die schlichte Schulflöte bis hin zur zwei Meter großen Subbassflöte, schöpft er aus einem vielfältigen Klangreichtum. Die meisten Instrumente sind jüngeren Datums. Hufeisen ließ sie sich aus Buchsbaum und für einen kräftigeren Klang mit extra weiter Bohrung fertigen, doch er spielt auch auf einer alten Preziose: einer Blockflöte von 1760 aus Norditalien.
Für Hufeisen ist das Flötenspiel etwas sehr Spirituelles, gebe er doch im Hauchen und Blasen etwas Lebendiges, nämlich seine Seele, von sich. Und: die Instrumente symbolisieren ihm die Auferstehung, denn jede Flöte war vormals Teil eines Baumes und wird nun in die Trägerin einer Melodie verwandelt.
